ER BEZEICHNET SICH SELBST ALS „RENNPFERD“. UND DAS HAT SEINE BERECHTIGUNG. DENN SOBALD ALBAN LAKATA EINE STARTNUMMER TRÄGT, ZÄHLT FÜR IHN NUR NOCH DER SIEG.

 

Alban Lakata aus Osttirol hat als erster Europäer das berühmte Leadville 100 Mountainbike-Rennen in Colorado gewonnen, bei seinem dritten Sieg blieb er als bislang einziger Rider unter der magischen Marke von sechs Stunden. Zudem ist er dreifacher Weltmeister und zweifacher Europameister im MTB-Marathon. Was treibt ein erfolgreiches Rennpferd immer weiter und weiter?

„Ich messe meine Wattzahlen und vergleiche diese auf bestimmten Strecken oder Anstiegen. Die möchte ich jedes Jahr aufs Neue überbieten. Das ist die Herausforderung im Training. Darüber hinaus treibt mich der Wunsch nach Erfolg an. Deshalb möchte ich ein Rennen auch mehrmals gewinnen. Nach meinem ersten Sieg in Leadville habe ich im Folgejahr meinen Titel verteidigt und den Streckenrekord geknackt. Dann habe ich mir in den Kopf gesetzt, als erster Fahrer unter sechs Stunden zu bleiben. Ein Ziel wie dieses ist mein Antrieb. Ich bin immer auf der Suche nach der optimalen Performance. Es gibt nahezu überall Optimierungspotenzial. Ernährung, Training, Equipment, es tut sich immer was. Die Zeit bleibt niemals stehen.“

»Plötzlich wurde mir klar: Jetzt sitzen dir sechs der besten Mountainbiker der Welt im Nacken.«

Alban Lakata

Als ich Alban nach dem härtesten Rennmoment seiner Karriere fragte, schilderte er mir eine Situation aus dem WM-Finale 2010, die erahnen lässt, mit welcher Willenskraft er hier zu Werke gegangen ist:

„Ich habe mich kurz vor dem Ziel aus der Spitzengruppe lösen können. Die Attacke selbst war nicht das Problem, aber plötzlich wurde mir klar: Jetzt sitzen dir sechs der besten Mountainbiker der Welt im Nacken. Bis ins Ziel werden sie mich jagen. Es waren noch drei Kilometer, ich war brutal unter Strom, habe am Ende ein paar Sekunden meines Vorsprungs ins Ziel retten können. Ich war an diesem Tag einfach voll auf Sieg eingestellt, habe keinen anderen Gedanken mehr zugelassen. So konnte ich alle restlichen Kräfte mobilisieren. Noch heute habe ich ein Bild vor Augen, bei dem sich mein Rad förmlich unter mir verbiegt.“

 

»Wenn du mit weniger als dem Sieg zufrieden bist, dann hast du keinen Killerinstinkt.«

Alban Lakata

Die versammelte Weltelite sitzt im Sattel und keult in Richtung Ziellinie. Am Ende hat einer von ihnen die Nase vorne. Weil er der stärkste Fahrer ist? Oder weil er den stärksten Willen hat?

„Manche Fahrer sind vielleicht damit zufrieden, auf dem Treppchen zu stehen oder einfach nur ausreichend Geld mit dem Sport zu verdienen. Das ist absolut okay so! Ich habe aber niemals aufgehört, mir immer neue, noch höhere Ziele zu setzen. Wenn du mit weniger als mit dem Sieg zufrieden bist, dann hast du keinen Killerinstinkt. Man hat diesen Ehrgeiz. Oder eben nicht.“

Interview by Axel Rabenstein, published in SPORTaktiv  2/2014

 

ALBAN „ALBANATOR“ LAKATA WURDE AM 25. JUNI 1979 IN LIENZ (OSTTIROL) GEBOREN. DREIMAL WURDE ER WELTMEISTER IM MTB-MARATHON, ZWEIMAL EUROPAMEISTER. DAS LEGENDÄRE LEADVILLE 100 MTB-RENNEN IN COLORADO GEWANN ER DREIMAL UND ALS EINZIGER AUSLÄNDER ÜBERHAUPT. BEI SEINEM DRITTEN SIEG STELLTE ER MIT 5:58:35 H EINEN NEUEN STRECKENREKORD AUF.

WWW.ALBANLAKATA.COM

 

 

Photos: Armin Küstenbrück; Tino Pohlmann; Sportograf